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Daniel Kallen: ARSMORIENDI  - DIE KUNST DES STERBENS

Bilder, Gedanken, Texte zu den Themen: Sterben, Tod, Bestattung und Trauer


Erscheinungsdatum: 1. November 2009

NEU 2. erweiterte Auflage 2010/11

Preis: CHF 32.00 plus Porto/Verpackung CHF 6.00


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Daniel Kallen, Lerchenweg 10, 2575 Gerolfingen

Telefon 078 806 19 98

E-Mail: daniel.kallen@sunrise.ch


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Aus dem Vorwort:


Ars moriendi meint wörtlich übersetzt „Die Kunst des Sterbens“. Eine solche Kunst gab es tatsächlich früher einmal, zu einer Zeit, als Pest, Krieg, Hunger und Krankheiten das Leben bedrohten und den Menschen das „memento mori“ (Gedenke, dass du sterblich bist) täglich vor Augen führte. Damals diente diese „Kunst“ dazu, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen und sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Wenn man nämlich lernte, sich mit dem eigenen Tod zu befassen, führte dies letztlich auch zu einer Klärung und Intensivierung des Lebens. So hingen die „Kunst des Sterbens“ immer auch mit der „Kunst des Lebens“ (Ars vivendi) zusammen.

Heute ist diese Kunst leider etwas in Vergessenheit geraten. Der Tod und vorallem der eigene Tod wird in den modernen westlichen Gesellschaften heute fast ausschliesslich als Feind betrachtet,  den es um jeden Preis zu meiden gilt. Und doch holt der Tod uns ein - manchmal mitten im Leben - bei der Arbeit, im Schlaf, im Strassenverkehr, bei Krankheit, in den Ferien, manchmal, einfach plötzlich, müssen wir uns ihm stellen. Und er kommt meist ungefragt. Wir erleben ihn oft als ungerecht, furchtbar und brutal. Er zerstört Leben, hinterlässt Verzweiflung und Leere und dieses entsetzliche Gefühle der Sinnlosigkeit.

Aber es gibt auch Situationen, in denen kommt der Tod nicht als Feind, nicht als Bedrohung, sondern wie ein alter Freund oder gar ein Engel, der Menschen von ihrem Leiden erlöst.

Natürlich weichen wir den Fragen um den Tod gerne aus. Das ist eigentlich nicht verwunderlich, denn dafür leben wir zu gern! Auf der anderen Seite leben wir manchmal auch so, als ob wir unsterblich wären. Der Tod, da ist immer der Tod der anderen, aber nicht unser eigener. Natürlich wissen wir, dass auch wir eines Tages sterben müssen, aber an dieser Tatsache versuchen wir uns so gut es eben geht „vorbeizuschauen“. Und diese „Kunst der Ablenkung“ beherrschen wir mit geradezu meisterhaftem Können.

Denn: Wir kennen nur das Leben, ihm wenden wir uns zu, mit unserer ganzen Kraft, mit unserer Freude, unseren Hoffnungen und unserer Energie. Der Tod bleibt immer der grosse Unbekannte. Wenn schon gestorben werden muss, dann später, einfach nicht jetzt. Der Tod kann warten!

Und doch haben sich alle Kulturen im Laufe der Geschichte ihre je eigenen Mythen  und Bilder geschaffen, wie sie mit dem Tod umgehen und sich ihn vorstellen. Von der Hochkultur der Ägypter bis hin zu unserer modernen Konsum- und Spassgesellschaft gibt es ganz unterschiedliche Vorstellungen, was denn der Tod ist oder bedeuten könnte.
 
Die Kunst des Sterbens oder vielmehr das Anliegen, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen, braucht Mut, ja vielleicht sogar ein bisschen verwegene Kühnheit. Denn es gilt, dem Tod - unserem eigenen Tod - von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu treten. Und das ist vielleicht die grösste Herausforderung, der sich ein Mensch im Leben überhaupt stellen kann.

Es geht um die grosse Frage wie: Wie gehen wir mit unserer Endlichkeit um? Leugnen? Vertrösten? Sarkasmus? Verdrängen? Verklären?

Dabei: Wer sich aber mit dem Problem der Vollendung des Lebens im Tod beschäftigt, dringt plötzlich auch zur Frage nach der letzen Erfüllung dieses Lebens im Hier und Jetzt.

Ich möchte Sie als Leserin und Leser dieser Broschüre einladen, sich dem Tod und damit auch unserer eigenen Vergänglichkeit zu stellen. Nicht mit Angst und Verzweiflung, sondern mit Neugier und Interesse, ja vielleicht sogar mit einer Portion verwegener Kühnheit.
 
Wie begegnen wir der Tatsache, dass wir sterblich sind? Und wie wird unser Tod uns wohl ereilen? Werden wir einer langen Krankheit erliegen? Rafft uns ein Unfall in einem Sekundenbruchteil einfach weg? Oder werden wir durch einen plötzlichen Schlaganfall sterben? Wird unser Tod ein sanftes „Entschlafen“ im Greisenalter sein oder wird unser Tod begleitet sein von einem langen Leiden? 

Wir wissen es nicht und können uns deshalb nicht richtig darauf vorbereiten. Und doch lehrt uns die Erfahrung auch, dass es ohnehin ganz anders sein, als wir uns dies vorstellen und je vorstellen können.

Und trotzdem: ich betrachte es dennoch als sinnvoll, sich Gedanken über den Tod zu machen. Dabei spielt weniger der Tod an sich eine Rolle, sondern das Bewusstsein über unsere eigene Endlichkeit. 

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ So steht es in einem schlichten Gebet in der Bibel. Vielleicht geht es mir mit dieser Broschüre einfach genau um das. Das Be-Denken unserer Sterblichkeit, weil ich darauf vertraue, dass dieses Bedenken des Todes immer auch zu einem neuen Bewusstsein des Lebens führt.