Ars Moriendi

DIE KUNST DES STERBENS

Was für ein seltsamer Titel. Die Kunst des Sterbens - Aber: eine solche "Kunst" gab es tatsächlich vor einem halben Jahrtausend.

Damals - als Hunger, Pest, Krieg und Krankheiten das Leben ständig bedrohten und den Menschen - manchmal täglich - das „Memento Mori“ (Gedenke, dass du sterblich bist) vor Augen führte, diente diese Kunst dazu, sich mit dem eigenen Tod zu befassen. 

Wenn man lernte, sich mit dem eigenen Tod zu befassen, führte dies letztlich auch zu einer Klärung und Intensivierung des Lebens. 

So hingen die „Kunst des Sterbens“ immer auch mit der „Kunst des Lebens“ (Ars Vivendi) zusammen - und zwar damals wie heute!


"Was dem Leben einen Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn".

Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), Pilot und Schriftsteller


Was für eine unglaubliche Abschiedsfeier! Wenn man schon gehen muss, dann bitte genau so! Mit soviel Liebe, guten Freunden, farbigen Erinnerungen, Tränen aber auch Lachen...es war einfach perfekt!


Feedback nach einer Trauerfeier unter freiem Himmel

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen - Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.


Rainer Maria Rilke 1875 - 1926


Meine tiefe Überzeugung: 

Nichts von all dem, was ein Mensch - den wir lieben - ausgemacht hat, geht letztlich verloren. 

Sein Wesen, sein Lachen, die schönsten Momente, die er erlebt hat, aber auch seine Schmerzen, die er erlitten und die Tränen, die er vergossen hat - verlaufen und enden nicht einfach im Nichts. 

Ich ahne, dass jeder Augenblick unseres Lebens im ewigen Gedächtnis der Schöpfung  aufgehoben bleibt - für immer. 

Ich vertraue letztlich darauf, dass kein Mensch im Tod ins Nichts fällt! Unser Sterben ist nicht die Vernichtung unseres Wesens, sondern ein Übergang - und wer weiss - ein letztes Ankommen.

Daniel Kallen